Anekdoten und Tatsachen die Gäste und Mitarbeiter schrieben gespickt mit Geschichten aus dem "Alten Forsthaus"
„Der erste Umsatz“
Es war der 01. August 1974. Wir hatten unsere Arbeitsstellen gekündigt, weil wir das Forsthaus gekauft hatten. Pünktlich um „High Noon“ mittags fuhren wir dort vor. Erst einmal waren wir erstaunt, dass alle Türen offenstanden und niemand im Hause war. 10 Minuten später kamen die ersten beiden Gäste herein und bestellten 2 Kölsch. Wie peinlich – denn nun hatten wir ein Problem: Es gab 3 Zapfhähne, die alle gleich aussahen. Was sollten wir machen. Schließlich entschieden wir uns für den mittleren Hahn und hofften, dass dort auch das richtige Bier herauskam. Wir servierten es. Es gab keine Reklamation. Die Gäste wollten dann bezahlen – das nächste Problem - keine Ahnung was ein Bier kostet im Forsthaus. Erst nach langem Suchen fanden wir dann eine Getränkekarte oder so etwas Ähnliches. - Das war der erste Umsatz!
„Als Alles begann“
Am 01. August 1974 - fuhr später eine Frau mit voll beladenem Kofferraum vor und meinte sie habe schon mal für uns eingekauft. Es war eine Kellnerin des Vorbesitzers – eine Frohnatur wie sie im Buche stand und uns lange Jahre erhalten blieb. Sie machte uns erst einmal in einer Schnellversion mit allem Wichtigem im Hause vertraut. (Es war dann übrigens doch nicht der richtige Zapfhahn fürs Kölsch) Im Nachhinein klingt dieser erste Tag recht amüsant – war er aber nicht, wenigstens nicht für uns beide - damals. Wir hatten unseren gemeinsamen Wusch erfüllt und ein kleines Hotel mit 12 Betten und Hallenbad gekauft. Allerdings haben wir uns den ersten Tag anders vorgestellt – im Laufe von 50 Jahren folgten noch viele solcher Tage mit anderen Vorstellungen. „Nicht jeder Tag ist gut, aber in jedem Tag steckt etwas Gutes“. Diese Einstellung hat uns bis heute beflügelt das Hotel erfolgreich zu führen.
„Klarer Nebel“
Unser erster Kellner musste täglich aus der Eifel heraus mit seinem Auto anreisen. Eines Tages hatte er etwas Verspätung und meinte: Weiter oben in der Eifel gibt es starken Nebel, deswegen habe ich mich etwas verspätet – hier unten ist ja nur „klarer Nebel“!! – er meinte „starken Dunst“.
„20 Liter Wasser“
Wir hatten aus früherer Bekanntschaft ein Ehepaar mehrere Monate bei uns beschäftigt. Er half im Service aus. Eines Abends – ich denke es war an einem Tisch mit 11 Personen – viel diesem Bekannten beim Servieren ein Essen herunter. Natürlich auf die Bluse und Hose einer Frau. Er entschuldigte sich mehrfach und sehr freundlich bei dieser Dame. Es war nicht so schlimm. Mit ein bisschen Tupfen war erst einmal alles erledigt. Die Dame war wieder zufrieden. Dann holte unser Bekannter einen 20 Liter Eimer voll mit Wasser und ein großes Putztuch, ging zu dieser Dame, kniete sich vor ihr hin und machte den Anschein, die Flecken mit viel Wasser und Putztuch reinigen zu wollen und meinte er würde ihr auch gerne das Frühstück ans Bett bringen. Der Tisch krümmte sich fast vor Lachen der Gäste. Am nächsten Morgen läutete das Telefon, seine Frau nahm das Gespräch an und die Dame fragte wo das versprochene Frühstück bliebe. Daraufhin seine Frau: Mein Mann ist im Moment nicht im Hause, was nicht korrekt war. Sie erzählte ihm von dem Telefonat und er war bis zur Abreise der Gäste nicht mehr gesehen.
„Wie die Zeiten sich doch ändern“
Ich erinnere mich ziemlich genau an unsere erste Tagung im Hause. Es war noch nicht einmal ein abgeschlossener Raum von Nöten, den hatten wir auch noch nicht. Es wurde viel besprochen bei dieser Tagung – allerdings erhitzten sich die Gemüter recht bald – warum: Wohl nicht wegen der zu besprechenden Themen – wohl eher, weil von Beginn an zwei Flasche „Malteser Kreuz“ auf dem Tisch standen. Heut zu Tage völlig undenkbar.
1976 konnten wir 2 Bundeskegelbahn hinzu bauen und
1978 weitere 16 Zimmer, ein Restaurant mit 100 Sitzplätzen und unsere Privatwohnung.„Wir vergessen nie den Silvesterabend 78/79 „
Es regnete den ganzen Tag kräftig. Gegen 17.00 Uhr kam die Meldung im Radio, dass die Kaltfront Düsseldorf erreicht hatte. Als ein Hotelgast Namens Ostermann von der Kaltfront erfuhr ging er an sein Auto, baute die Batterie aus, holte mehrere Lappen aus dem Auto und nahm einen kleinen Kanister Verdünnung mit. Gegen 20.00 Uhr als die ersten Gäste zum Silvesterball anreisen wollten fing es massiv an zu schneien – und es regnete Absagen von Außer-Haus-Gästen die bei uns den Jahreswechsel feiern wollten. Es hatte die ganze Nacht feste geschneit und am Neujahrstag lagen 25 Zentimeter Schnee, wir hatten Minus 20 Grad und strahlenden Sonnenschein. Als die Hotelgäste abreisen wollten kam die Überraschung – kein einziges Auto wollte sich aufschließen lassen – und wenn das Türschloss schließlich funktionierte, gingen die Türen trotzdem nicht auf. Wir mussten die Türen mit Haar-Föhnen erwärmen. Es sprang keine Diesel Maschine mehr an. Herr Ostermann ging grinsender Weise an sein Auto, schüttete etwas Verdünnung auf die Türgummis, zündete behutsam an und konnte somit seine Auto Türe öffnen. Nach Einbau der Batterie sprang das Auto sofort an – und Ostermann fuhr lachender Weise als einziges Auto sofort ab. Das war uns eine Lehre! In den darauffolgenden Jahren haben wir die Gäste mit einem großen Reisebus für die Silvesterfeier abgeholt.
„Gefährliches Fensterln“
Viele Jahre später fand in unserem Hause ein großes Seminar statt. Wir wohnten privat auf der ersten Etage und hatten vor unserem Schlafzimmer einen Balkon. Plötzlich werden wir mitten in der sommerlichen Nacht durch einen dumpfen Schlag wach. Die Balkontür stand auf und plötzlich stand ein Mann in dieser Tür. Schlaftaumelnd habe ich ihn gefragt was er wollte und wo er herkam. Er meinte er habe sich geirrt. Ich habe ihm dann die Wohnungstür zum Flur geöffnet und ihn hinausgelassen. Beim Zurückgehen fand ich alle Meter große Bluttropfen auf dem Boden. Ich raus aus der Wohnung hinter den Bluttropfen her – und das quer durchs ganze Hotel. Ich hielt es für ratsam vorher den Seminarleiter zu wecken- ich ahnte Böses. Gemeinsam sind wie dann ins Zimmer und haben den Herrn befragt. Es stellte sich raus, dass er im betrunkenen Kopf von der 2. Etage aus einem Fenster in ein anderes Fenster in gleicher Etage springen wollte um zu „Fensterln“. Das ging natürlich schief, er viel runter, genau eine Etage tiefer und traf mit dem linken Bein und dem rechten Bein genau mittig unser Balkon Geländer. Er hatte sich an der Hand verletzt, weil er sich am Blitzableiter halten wollte. Das war Alles, sonst keinerlei Schäden. Welch ein Irrsinn – was hätte nicht alles passieren können. 5 Zentimeter weiter und er wäre komplett runtergefallen, das hätte er wohl nicht überlebt. Übrigens bei einem Folgeseminar meinte der Seminarleiter zu uns, gleicher Mann habe in Beilngries in Bayern ebenfalls „fensterln“ wollen und habe dabei Kunststoff- Gartenstühle soweit übereinandergestapelt, dass es wiederum bis in die zweite Etage gereicht hat.
„Wie man sich irren kann“
Eines Nachmittags standen 2 junge Leute vor unserer Speisenkarte. Sie sahen ziemlich runter gekommen aus, mit zerfransten kurzen Jeans, die Frau mit zerzausten Haaren, etwas ungepflegt. Wir dachten da kommen Gäste die nur eine Kleinigkeit oder Ähnliches speisen möchten. Sie kamen herein und fragten mit Schweizer Akzent: „Grüß Gott- haben Sie noch ein Zimmer frei“ Wir hatten frei und vermieteten das Zimmer. Stunden später kamen beide in eleganter Kleidung herunter und wollten zu Abend speisen. Sie stellten sich ein 5- Gänge Menü mit Aperitif und Wein zusammen und aßen genüsslich. Es waren extrem nette Gäste, es wurde ein netter Abend. Sie waren auf der Durchreise nach Südfrankreich"
"Damaliger Minister Blüm schwingt das Tanzbein im Forsthaus"
Es gab eine Wochenendtagung mit ca. 15 Personen, an welcher auch der damalige Minister Blüm teilnahm. Gleichzeitig hatten wir abends eine Hochzeit im Hause. Herr Blüm ging stracks auf die Braut zu und forderte sie zum Tanzen auf. Als der Tanz fast zu Ende war, merkten die übrigen Gäste erst, dass es sich um den Minister handelte. Das Erstaunen war groß. Da merkt man doch, wie die Menschen im TV anders aussehen als in Wirklichkeit. Zur Abreise holte ihn seine Ehefrau mit seinem Privat Auto ab. Sie setzte sich auf den Beifahrersitz und er stieg hinten ein - stieg sofort mit folgenden Worten wieder aus: „Bin ich dich ein Blödmann“ – und nahm auf dem Fahrersitz Platz und fuhr ab.
Zwischenzeitlich hatten wir uns einer Hotelkooperation angeschlossen mit dem 1. Vorsitzenden Klaus Kobjoll – Schindler Hof Nürnberg. Kobjoll wurde Jahre lang als „Bester Hotelier“ des Jahres ausgezeichnet. Er konnte uns in diesen Jahren sehr viel seines Gedankenguts übertragen. Er hatte uns ans Herz gelegt „Helf Recht“ mit seinen Unternehmerischen Planungsmethoden oder „Schmidt Kollege“ - die Unternehmer Akademie zu besuchen – beides sehr hochrangige Seminare. Wir haben mit Erfolg teilgenommen.
Im Jahr 1992 entstand die Köhlerstube, ein Raum in der 1. Etage für ca. 100 Personen mit eigener kleiner Küche und Zapftheke. Gleichzeitig wurde ein weiterer Seminarraum mit ca. 30 Sitzplätzen gebaut – unser Atelier.
„Es scheint doch Vampire zu geben“
Es begab sich, dass ein Hotelgast eine Forelle „Müllerin“ bestellte. Grundsätzlich filetieren wir den Fisch am Tisch des Gastes. Doch er wollte nicht, er wolle es selber machen - meint er. Dann hatte er den Teller leer gemacht, wahrlich alles aufgegessen, die komplette Forelle mit Gräten und Kopf. Es scheint doch noch Vampire zu geben.
„Wozu eine Wäscheleine nicht alles gut sein kann“
Wenn Azubis neu eingestellt werden, werden sie in den ersten Tagen auf den Arm genommen. So begab es sich, dass ein Azubi eine Wäscheleine quer durch die Küche spannen musste. An dieser Leine sollte er schön gleichmäßig und nebeneinander Spätzle mit den Wäscheclips aufhängen und diese dann trockenföhnen. Er tat es tatsächlich.
„Wetter – Kapriolen“
Wir hatten wir am 1. Weihnachtsfeiertag mittags 2 Sitzungen zum Essen – die erste um 11.30 Uhr die zweite um 13.30 Uhr. Das ging viele Jahre auch gut – bis auf einmal. Da fing es gegen 11.00 Uhr massiv an zu schneien und die meisten Gäste verspäteten sich um ca. ½ Stunde. Dagegen kam dann die nächste Gruppe ca. ½ Stunde eher – somit war ihr Platz im Restaurant noch nicht frei. Die große Hotelhalle konnte den Andrang nicht aufnehmen, wir öffneten die Hotelbar zusätzlich und jeder Gast bekam einen Aperitif – was die Beschwerden nur teilweise linderte. Danach haben wir es bei einer Sitzung belassen, es war uns für immer eine Lehre– schließlich muss man den Umsatz nicht erzwingen.
Im Jahre 1996 bauten wir über den Kegelbahnen weitere 12 Doppelzimmer. Nun konnten wir so viele Hausgäste beherbergen, dass der Bus an Silvester nicht mehr nötig war. Es reichten ein paar zusätzliche „Einzelbuchungen“.
„Ein Gast macht sich bei uns und anderen Gästen unbeliebt“
Es begab sich vor Jahren, dass ein Ehepaar zwei Übernachtungen mit Halbpension in einem Preisausschreiben gewonnen hatte. Am ersten Abend aßen sie ganz normal, wie alle anderen Hotelgäste auch, von unserem Büfett. Alles war Bestens. Am nächsten Tag kam er zu uns und fragte, ob er auch á la carte speisen könne, es habe ihm tags zuvor nicht geschmeckt. Dies verneinten wir erst einmal mit dem Hinweis, wenn er á la carte speisen möchte, müsse er es bezahlen. Das wollte er auf gar keinen Fall. Nun ging er von Tisch zu Tisch und fragte die anderen Hausgäste ob es ihnen schmecken würde. Die Antwort jedes Mal war die Gleiche „ja natürlich – es gibt hier eine sehr gute Küche, es schmeckt sehr gut“. Als er am 6. Tisch angekommen war, haben wir uns erlaubt, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass es so nicht gehe. Er solle damit aufhören. Als er dann noch böse wurde, haben wir ihn des Hauses verwiesen. Als er später mit den Koffern in der Hotelhalle stand, klatschte das ganze Restaurant – seine Unverschämtheit hatte sich längst rundgesprochen.
„Wer hat schon einmal Salz gewaschen“
Ein Azubi sollte dann auch ganz vorsichtig Salz waschen, „ganz vorsichtig“ damit es nicht weniger wird. Es wurde Salz gewaschen und er hat sich tatsächlich gewundert warum es immer wieder weniger wurde.
„Was soll man dazu sagen“
Eines Morgens, fuhr ein Azubi mit seinem Auto vor. Ich sah aus dem Fenster und beobachtete ihn. Das Auto hatte bereits Zentralverriegelung und war ein 4- Türer. Er schloss mit der Zentralverriegelung ab, kontrollierte trotzdem an allen 4 Türen auch den Kofferraum ob das Auto wirklich verschlossen war. Dann machte er sich auf den Weg ins Hotel. Es war noch relativ dunkel draußen. Ich sah, dass er das Licht angelassen hatte und ging vom Fenster weg. Als er dann reinkam sagte ich ihm, er habe das Licht brennen lassen. Er bedankte sich bei mir, ging wieder zum Auto, kam zurück und meinte er könne sich selber auf den Arm nehmen. Was ich nicht bemerkt hatte war, dass er vorher auf halbem Wege gesehen hatte, dass das Licht noch an war und er es bereits ausgeschaltet hatte. Trotzdem war er auf meine Anweisung wieder raus gegangen.
„Vom Restaurant Azubi - zum Pastor“
Wir hatten einen sehr freundlichen netten zurückhaltenden Azubi eingestellt. Er war so zittrig, dass es ihm nicht gelang, auch nach einem Monat nicht, eine Tasse Kaffee ohne überzuschwappen auch nur 5 Meter zu tragen. Extrem unbeholfen war er zudem. An unserer Kaffeemaschine gab es einen Metall Ausguss, mit dem durch Drehen eines Rädchens heißes Wasser floss. Nun hatten wir normale Teekännchen die vorne eine Nase haben. Er versuchte mit der Nase nach vorne zum Gerät Wasser ins Kännchen zu bekommen, was ihm aus Abstandsgründen natürlich nicht gelang. Er hätte das Kännchen einfach ein wenig nach links oder rechts drehen müssen, damit die Nase zur Seite schaute. Daraufhin sagte ich ihm - eher ironisch, er hätte wohl den falschen Beruf gewählt, es wäre besser er solle Pastor werden. Damit beendeten wir gemeinsam das Ausbildungsverhältnis. Zirka 6 Jahre später steige ich auf einem großen Parkplatz aus meinem Auto. Eine Stimme rief von Weitem: Hallo Chef. Ich ging auf den Herrn zu und erkannte unseren ehemaligen Azubi wieder. Er begrüßte mich, bedankte sich bei mir und meinte er sei meinem Rat gefolgt. Er sei nun Pastor und wäre mit seiner Berufswahl sehr zufrieden.
„Hans Guck in die Luft“
Wir bauten mal wieder um und entkernten eine ganze 2. Etage. Es war ein Raum von ca. 250 qm. völlig leer. Man konnte von einem Ende bis zum anderen Ende schauen. Lediglich gab es inmitten dieses Riesen Raums eine kleine ca. 30 x 30 cm. große Öffnung im Fußboden. Unser damaliger Oberkellner kam interessenhalber zur Besichtigung dort hin. Er schlenderte gelassen, ganz gemütlich, durch den Raum, Hände in den Taschen, Kopf zur Decke - und plötzlich war er kommentarlos, ohne einen Ton zu hören, wie vom Erdboden verschwunden. Er trat wohl mitten in dieses Loch. Wir fanden ihn mit 2 gebrochenen Rippen eine Etage tiefer mitten im Flur wieder.
„Achtung – Skorpione in der Küche“
Wir bekamen eine Lieferung von frischen Flusskrebsen, in einer Kiste geliefert. Wir nahmen sie heraus um sie zu verarbeiten. Dabei wurde ein neuer Azubi gefragt, was das für Tiere seien. Er behauptete felsenfest, und ließ sich auch erst einmal nicht davon abbringen, dass es Skorpione seien.
„Ein Fels in der Brandung“
Vor vielen Jahren gab es ein „Hürtgenwalder Urgestein“ der regelmäßig viele Jahre lang zu Silvester einen Platz in der Hubertusbar an der Theke reservierte. Nach dem Essen blieb er dort sitzen stand nicht mehr auf und trank und trank und trank so viel Bier, dass der runde Deckel 2 x komplett voll mit Strichen war. Er blieb dort auch sitzen als bereits Feierabend war und schaute den Mitarbeitern beim Aufräumen zu. Es war ihm der viele Alkoholgenuss nicht anzumerken. Er kam dann als erster zum Frühstück und bestellte 15 Rühreier auf einmal. Dann ging er wohlbehalten nach Hause.
„Fast hätten mein Kollege aus Österreich und ich gemeinsam unsere Hotels verkauft“
Vor einigen Jahren hielt sich für 2 Tage ein Herr aus Benelux bei uns auf. Er viel uns auf, weil er das Haus von innen und außen mehrfach fotografierte. Eine Woche später kam dann ein E-Mail eines Vermittlers, der angab entweder einen Scheich oder einen Investor aus dem Osten dieser Welt zu haben, der unser Hotel kaufen wolle. Im gleichen Jahr traf ich einen Freund – einen Hotel Besitzer und lieben uns gut bekannten Kollegen aus Österreich, nahe der Italienischen Grenze. Wir trafen uns regelmäßig während einer Touristik Messe in Hamburg. Bei einem Bierchen erzählte ich ihm die Story. Mitten in meiner Erzählung viel er mir ins Wort und sagte: „…..und dann habt Ihr Euch in einer Norditalienischen Stadt auf einem Marktplatz getroffen. Dieser Herr wollte vor seinem Kauf, dass Ihr Gold im Ausland in ein Schließfach einer Bank hinterlegen solltet - auch ich habe das Gleiche erlebt – ich an der Grenze zu Italien und Ihr an der Grenze zu Belgien/ Holland“. Wir haben dann kräftig darüber gelacht und hatten einen amüsanten Abend. Schließlich machen wir uns nicht strafbar wegen irgendwelcher Geldwäschegeschäfte.
Kobjoll verließ die Hotel Kooperation und wir haben uns der Gut-Hotel-Gruppe angeschlossen. Es war und ist bis heute ein sehr guter Schritt – nie haben wir den Beitritt bereut. Wir profitieren vom „guten Einkauf“ den damit verbundenen Provisionen, kaufen somit günstiger ein und tauschen Erfahrungen mit Kollegen aus. Sogar eine Bank ist im Portfolio der Gut-Gruppe.
„Vom Taucher zum Küchenchef“
Vor vielen Jahren kam einer unserer Nachbarn mit seinem Sohn regelmäßig zum Schwimmen. Der Sohn sollte das Schwimmen erlernen. Eines Tages meinte der Sohn ich solle mal schauen, er könne nun schwimmen. Allerdings konnte ich nur beobachten, dass er von einer Seite des Beckens zur anderen tauchen konnte. 4 Wochen später konnte er dann auch richtig schwimmen. Auf meine damalige Frage hin, was er denn einmal werden wolle, meinte er entweder Polizist oder Koch. Jahre später entschied er sich seine Lehre als Koch bei uns zu absolvieren. Nach bestandener, sehr guter Prüfung, konnte ich ihn zum besten Koch Deutschlands, zu Harald Wohlfahrt in den Schwarzwald vermitteln. Sein weiterer beruflicher Lebensweg ging dann übers Schloss Hotel Kronenberg, Medici Baden Baden über England und vielen weiteren Stationen letztlich wieder für einige Jahre zurück ins Forsthaus.
„Klappe auf statt Klappe zu“
Wir hatten eine Reisegruppe zu Gast die mit einem kleinen Bus angereist war. Bei der Abreise hatte der Busfahrer alle Koffer in den am Heck befindlichen hinteren Laderaum gepackt und vergessen, die Klappe zu schließen. Auf jeden Fall fuhr er mit offener Klappe los und ich habe dies im letzten Moment, als er bereits auf der B 399 war, gesehen. Daraufhin bin ich sofort in mein Auto gesprungen und hinterhergefahren. Ortseingang Hürtgen konnte ich den Bus stoppen und habe den Fahrer auf die Misere hingewiesen. Es fehlte kein einziger Koffer. Er und die Gäste waren heil froh, dass ich dies bemerkt hatte.
„Defektes Auto“
Wir hatten seit mehreren Jahren Stammgäste im Haus die einmal jährlich sich für eine Woche bei uns ein Doppelzimmer nahmen. Nun begab es sich, dass plötzlich aus dem Doppelzimmer ein Einzelzimmer wurde – der Ehemann war erkrankt und die Dame reiste alleine an. Sie kam mit dem Auto des Ehemanns – einem Audi 100 mit dem die Dame auch Ausflüge während Ihres Aufenthaltes machte. Plötzlich, es war gegen Mittag, kam die Dame zu uns an die Rezeption und meine völlig aufgelöst: „Ich glaube das Auto ist defekt und muss in die Werkstatt. Der Temperaturanzeiger steht auf Rot und der Motor wird immer heißer“. Daraufhin sind wir zum Auto gegangen haben gestartet und dann laut gelacht. Wir sind wieder zur Rezeption gegangen und haben der Dame mitgeteilt, dass der Motor nicht defekt sei – es wäre besser in Kürze zu Tanken. Sie hatte den Tankanzeiger mit dem Temperaturanzeiger verwechselt.
Im Jahre 2001 wurde aufgestockt und weitere 12 Zimmer und ein Lift kamen hinzu. Gleichzeitig wurden die Kegelbahnen entkernt und verbreitert, somit entstanden 3 neue Tagungsräume im ****Sterne Bereich. Außerdem wurden 4 Garagen in angrenzende Gruppen Arbeitsräume umgebaut und das Hallenbad wurde kernsaniert.
Tochter Susanne Gübbels übernahm das Hotel - und führt es mit Bravour weiter – an dieser Stelle muss einmal gesagt werden das die Senioren Barbara und Rainer Gübbels ihre Hochachtung für diese enorme Leistung aussprechen!
„Erdbeben im Forsthaus“
Die Decke war eingeschalt, hunderte von Metallstützen standen und der Beton war frisch gegossen. Dann gab es in Hürtgenwald nachts ein Erdbeben. Durch das Schwanken im Bett wurden wir wach. Gleichzeitig aber gab es ein extrem lautes, enorm schrilles Singen, im Ton immer höher werdend, bis kurz vor dem Bersten. Ich rief zu meiner Frau: Um Gottes Willen, die Decke bricht zusammen. Es hat auch nicht viel gefehlt. Am nächsten Morgen habe ich dann festgestellt, dass viele dieser Metallstützen nicht mehr zu lösen waren, andere überhaupt keinen Halt mehr hatten und viele Stützen auf dem Boden lagen. Der entstandene Schaden kam dann später beim Verlegen des Estrichs heraus. Es musste reichlich ausgeglichen werden.
„Überraschung“
Es übernachtete eine große Gruppe mit vielen Doppel- und Einzelzimmern. Am Tag nach der Abreise rief uns eine Frau an und meinte sie hätte in ihrem Einzelzimmer eine Jeans Hose und einen roten Föhn liegen gelassen. Sie bat darum ihr diese beiden Sachen zuzuschicken. Das taten wir dann auch. Allerdings haben wir nicht schlecht gestaunt. Richtig: wir fanden die Jeans Hose im Schrank. Falsch: Wir fanden keinen roten Föhn im Schrank – wir fanden ein rotes Kunststoffteil mit Batterie, rund - und ca. 18 cm. lang!!
„Prüfung bestanden“
Ein junger Azubi sollte den Konvektomaten, der unter Dampf stand, öffnen. Dies tat er auch. Plötzlich meinte ein Koch sehr energisch er hätte nun zu viel Dampf verloren und solle sich ganz schnell einen Eimer holen und zum Nachbarn laufen um dort neuen Dampf zu holen. Er schaute den Koch fragend an und sagte wie soll ich denn Dampf in einem Eimer holen. Der Koch – indem Du einen Deckel ganz schnell aufsetzt. Dem jungen Azubi sah man förmlich an, dass er massiv überlegte, nahm mit Bedacht den Deckel, legte ihn langsam samt Eimer wieder zur Seite und meinte dann: Ihr wollt mir wohl einen Bären aufbrummen bzw. mich auf den Arm nehmen. Fast geglückt – Prüfung bestanden.
„Köche schwimmen hinterher“
Wir hatten vor einigen Jahren einen Küchenchef der vorher auf der „MS Europa“ beschäftigt war. Dort gab es abends oft Büfetts wo er dahinter stand um den Gästen behilflich zu sein. Eines Tages wurde er von einer Dame gefragt, ob die Köche auch auf dem Schiff schlafen würden – er gab zur Antwort: Nein die Köche schwimmen hinterher. Es begab sich auch dort, dass eine Dame nach der schwarzen Brombeermarmelade gefragt hatte – es gab keine Brombeermarmelade – es gab schwarzen Beluga Kaviar.
„Baden im Schlamm“
Es begab sich, dass der hintere große Parkplatz voll geparkt war mit Autos wegen einer großen Feier. Es verspätete sich ein Gast und wusste wohl nicht mehr wo er parken sollte. Er fuhr im Dunklen auf den hinteren Teil der nassen Wiese und bemerkte zu spät, dass es dort kein Weiterkommen gab. Nun sollten wir helfen den tief bis auf die Vorderachse liegenden, festgefahrenen, Wagen zu befreien. Der Wagen hatte Vorderrad Antrieb. Beim Schieben und im Rückwärtsgang waren wir alle plötzlich von oben bis unten voll mit Schlamm. Trotzdem bewegte sich der Wagen keinen Millimeter. Wir haben als nächstes unseren Hotelbus dazu geholt, um gleichzeitig zu ziehen. Zuerst ging auch nichts – bis wir bemerkten, dass der Fahrer nun anstatt des Rückwärtsgangs den Vorwärtsgang eingelegt hatte. So konnte es auch nicht funktionieren. Als wir ihm dann sagten er solle doch bitte den Rückwärtsgang einlegen, konnten wir den Wagen aus dem Schlamm ziehen. Anschließend mussten alle Helfer erst einmal ein Duschbad nehmen und die Kleider wechseln.
„Traktoren ziehen Reisebus“
Eine Englische Reisegruppe hatte sich wegen Schneefall und glatter Straßen um Stunden verspätet und reiste deswegen erst gegen 21.00 Uhr an. Der Busfahrer wollte seinen Bus auf den hinteren Parkplatz stellen, fuhr auf diesen Parkplatz mit einer lässigen links- Drehung und landete voll in der Wiese. Er fuhr sich fest und versuchte den Bus immer wieder zu bewegen. Das Endresultat war, dass er bis auf die Achsen fest gefahren war. Wir holten in der Nachbarschaft einen Traktor zur Hilfe, der es auch nicht schaffte den Bus zu befreien. Erst als wir einen extrem großen Traktor von weiter her zur Hilfe holten konnte der Bus befreit werden. Der Busfahrer bezog sein Zimmer erst gegen 1.00 Uhr nachts.
Im Jahr 2015 sind wir aus der privaten Wohnung im Hotel ausgezogen und haben uns einen kleinen Bungalow in Vossenack gebaut. Aus der alten Wohnung entstanden 2 große moderne Suiten.
„Mit fliegenden Fahnen“
Vor vielen Jahren hatten wir einen einzelreisenden Herrn zu Gast. Morgens nach der Abreise im Hotel hatte er wohl seinen Anzug fein säuberlich an sein Auto an der rechten Beifahrertür an den Türgriff gehängt und ihn wohl vergessen später ins Auto zu hängen. Auf jeden Fall konnten wir noch beobachten wie er mit immer noch hängendem stark wehendem Anzug an der Beifahrertür relativ schnell beschleunigend an unserem Haus vorbeifuhr.
„Es gibt ab und zu seltsame Gäste – Gott sei Dank nur ab und zu“
Es hatte sich ein Ehepaar für 10 Nächte über Weihnachten und Silvester einquartiert. Abends wurden sie natürlich nach ihren Getränkewünschen gefragt. Er bestellte grundsätzlich 1 Bier und sie – nichts und das jeden Abend. Allerdings am Heiligen Abend, als es ein 5- Gang Menü incl. der passenden Weine gab, sah das anders aus. Es wurde reichlich getrunken auch der gratis Kaffee hinterher wurde nicht ausgeschlagen. – Das Gleiche am Silvesterabend – diesmal 1 Glas Bier wie immer – den ganzen Abend und tatsächlich eine große Flasche Wasser für sie. Als das Gala-Büfett eröffnet wurde bemerkten wir, dass die Dame wohl im Vorfeld an 100 Meter Läufen teilgenommen hatte, auf jeden Fall konnte sie schnell laufen – sie war die erste am Büfett. Als der erste Teller leer war erschien sie wieder am Büfett – drängte sich an allen anderen Gästen vorbei, bis sie wieder am Hummer Turm war. Glücklicher Weise ist die Dame nicht verdurstet – das Leitungswasser im Forsthaus hat hervorragende Qualität.
Am 01. August 2024
Haben wir in kleinem Kreis das 50ig Jährige Jubiläum des Forsthauses gefeiert.
Rückblickend gab es viele lustige aber auch traurige Momente.
Was aber unter dem Strich bleibt, ist, dass die freudigen Momente obsiegt haben und wir die Freude an der Gastfreundschaft nie verloren haben.
Wir haben in 50ig Jahren das kleine, damals nichtssagende Hotel mit 12 Zimmern in ein **** Sterne Hotel mit internationalem Besucherkreis auf 52 Zimmern und Suiten mit mehr als 100 Betten erweitert und sind stolz darauf.
Hotels oder Hotelketten, die nicht in privatem Besitz sind, die zwar moderne Standards erfüllen, aber kein prägendes Erlebnis bieten, sind jederzeit austauschbar. Hier fehlt das „Herzblut“ was uns familiengeführte Unternehmen ausmacht.